Wie mir Yoga geholfen hat

Es war noch während meiner Ausbildung zur Yogalehrerin. Ich arbeite hauptberuflich als Journalistin und hatte einen Dreh für einen Imagefilm, in dem die Deutsche Röntgengesellschaft vorgestellt werden sollte. Während ich sonst für meine TV-Beiträge im Themenbereich Gesundheit mit kleinem Kamerateam, zu dritt, unterwegs bin und autark arbeiten kann, waren an diesem Drehtag zwei Pressesprecher, der Geschäftsführer meiner Produktionsfirma sowie der Vorstand der Deutschen Röntgengesellschaft begleitend dabei, um die Dreharbeiten zu verfolgen. Ein Moment im ersten Interview war für mich ein Schlüsselerlebnis dafür, wie Yoga mir helfen kann, bei mir zu bleiben und mich auf mich zu konzentrieren und damit dem Stress und der Aufregung etwas entgegen zu setzen. 

 Foto: André Conrad

 

Ich saß dem jungen Facharzt gegenüber, der mir erklären sollte, was ihn fasziniert an der Radiologie. Er war aufgeregt und wenig interviewerfahren, ich war aufgeregt, weil ich ein Grüppchen von Beobachtern im Rücken hatte, das mein Interview auf einem großen Bildschirm verfolgte. Meine Gedanken waren bei diesen Personen hinter meinem Rücken. Als mir das klar wurde, war da dieser Moment, wie ich ganz bewusst die Aufmerksamkeit zu mir zurückholen konnte. Weg von den anderen, hin zu mir. Zu meinen Fragen, meinen Gedanken, zu der Gesprächssituation mit dem Interviewpartner. Ab diesem Moment lief alles wunderbar. Wir waren in einer Zweierkapsel. Ich war konzentriert, zugewandt, fokussiert auf mich und mein Gegenüber, das gleichfalls entspannter wurde.   

 

Ein Beispiel von mittlerweile vielen, wo es mir geholfen hat, die Aufmerksamkeit zu verankern. Diese Fähigkeit schützt gegen Gedankenfluten, Ablenkungen, Reizüberflutung – kurz Stress. Und es lässt sich lernen. Auch bei meinen Yogastunden in der Salzgrotte achte ich darauf, dass ausreichend Raum ist für meditative Elemente. Den Atem verfolgen, den Körper wahrnehmen, sich fokussieren auf das Ein- und Ausatmen. Klingt einfach, ist es zugegebenermaßen nicht so ganz, lässt sich aber üben.

 

Ich weiß noch genau, wie mein Yogaausbilder in einer der ersten Stunden nicht ganz so einfühlsam zu mir sagte: „Du kannst nicht richtig atmen.“ Ich fühlte mich schlecht, verkehrt, und war wütend, dass er mir das an den Kopf zu geknallt hatte. Aber wenn ich vergleiche, wie heute mein Atem ruhiger in den Bauchraum fließen kann, wie ich die Gedanken beruhigen kann allein dadurch, dass ich gelernt habe die Aufmerksamkeit an das Ein- und Ausatmen zu koppeln, dann war an seiner Wahrnehmung schon etwas Richtiges dran. Er hätte es motivierender formulieren können. Positiver. Vielleicht so: „Du kannst lernen, deinen Atem zu spüren.“ 

 

Yoga gilt als Meditation in Bewegung. Denn auch in den Asanas versuchen wir, die Aufmerksamkeit an die jeweilige Haltung und Ausführung, ans Atmen zu koppeln. Und in Sarvasana, der Endentspannung ist weiterer Raum, den Körper wahrzunehmen. Durch Formen von Yoga Nidra, durch Körperreisen, durch Fokussierung auf einzelne Bereiche. Gerade diese Wahrnehmung des eigenen Körpers geht verloren bei Stress. Menschen, die auf ein Burnout zusteuern, haben diese Wahrnehmung verloren. Der Körper funktioniert noch eine gewisse Zeit bei Dauerstress, er verzeiht, wenn das Essen nebenbei heruntergeschlungen wird oder das Bedürfnis nach Schlaf ignoriert wird – eine Zeitlang jedenfalls. Doch wenn irgendwann der Bezug zum Körper verloren ist, stürzt das System zusammen, dann geht gar nichts mehr. Auch das wurde mir bei einem Dreh deutlich, als ich im vergangenen Jahr in einer Psychosomatischen Klinik zum Thema Burnout drehen konnte und der Psychologe im Interview diesen Zusammenhang deutlich herausstellte.

 

Körperwahrnehmung und Entspannung helfen gegen Stress. Probier es aus – in der Salzgrotte beim Yoga oder in der Erholungszeit. Für den Herbst/Winter plane ich einen speziellen Yogakurs, der meditative Elemente in den Vordergrund stellen wird. Vielleicht auch das ein guter Anknüpfungspunkt dem Stress etwas entgegen zu setzen

Naturliebe

Gerade ein Interview im Deutschlandfunk gehört – der Alpenverein wird heute 150 Jahre und dies war der Anlass für ein Gespräch mit dem Alpenforscher Werner Bätzing. Es ging ihm um Ideen angesichts alpinem Massentourismus mit Skikanonen und lautstarkem Après-Ski noch eigene, kraftgebende Naturerlebnisse in den Bergen zu ermöglichen.

 

Ein Ausdruck blieb mir danach besonders in Erinnerung: Anknüpfen an Naturerinnerungen. Wie wichtig dies sei für das von Großstadtleben geprägte Menschsein. 

 

Die Alpen sind weit, unsere Salzgrotte nah. Auch hier fällt das Anknüpfen an Naturerinnerungen leicht. Das Auftanken mit Naturkraft. Klar, auch unsere Salzgrotte ist künstlich angelegt. Doch die 20 Tonnen Salz, die hier verarbeitet sind, bringen die Kraft des Himalaya-Gebirges mit. Das Salz war vor Jahrtausenden Meerwasser - getrocknet durch Sonnenwärme, ist es komprimierte Naturenergie. 

 

Asphalt und Beton, glitzernde Schaufensterscheiben und schnelle Autos, klimatisierte Großraumbüros und Menschenmassen am Bahnhof umgeben uns jeden Tag. Da tut es gut, sich ab und zu auszuklinken und sich in die beschützende Höhlenatmosphäre der Salzgrotte zu begeben. Nicht nur für die Atemwege ist ein Aufenthalt förderlich, auch für die Seele

 

Lange hat der Mensch in Höhlen gelebt, tief in uns drin ist diese Naturerinnerung verankert. Lange hat der Mensch eng verbunden mit der Natur gelebt, und tief in uns drin wissen wir, dass jede Natur guttut – sei es das Farbenspiel eines Gartens, der Gang über eine weiche Wiese, der Blick in die Weite des Himmels, das gleichmäßige Meeresrauschen, die klare Luft im Wald. Bei uns ist es das Salz in der Salzgrotte. Probier es mal aus. 

 

Geduld, Pfannkuchen und Achtsamkeit

„Was ist Geduld?“ fragte mein damals dreijähriger Sohn beim Pfannkuchenteig machen. Dieser Frage ging voraus: ein Durcheinander aus Eiern, Mehl und Milch, viel Wille zum Selbermachen auf seiner Seite, und schließlich die Aufforderung zu mehr Geduld von meiner Seite. 

Ich versuchte es mit einer anschaulichen Antwort, die sich jetzt erstmal nur auf diese Situation bezog. „Geduld heißt eines nach dem anderen zu machen. Also erst die Eier rühren und dann das Mehl hinzugeben.“ 

Das mag er verstanden haben. 

Was ist Geduld?

Heute, einige Jahre, etliche theoretische Lektüren sowie praktische Meditationseinheiten und Yogaübungen später, würde ich es mit dem Begriff der Achtsamkeit versuchen. Geduld heißt, achtsam sein im Augenblick.

Meinem Sohn würde ich sagen: Bleib bei einer Sache. Sei es Paninibilder sortieren, Mathehausaufgaben machen oder Fußballtraining. Bleib bei dir. Lass andere Gedanken, lass Ablenkungen in dem Moment draußen. Und wenn es nicht gleich klappt, hab Geduld mit dir. Aufregen bringt nichts, Training schon. 

Und jede ruhige Minute, jede kleine Meditation, jedes bewusste Reinspüren in sich, jedes Konzentrieren auf den eigenen Atem trägt dazu bei, dass es besser funktioniert mit der Achtsamkeit und der Geduld - mit sich, mit anderen und natürlich auch dem Pfannkuchenteig.                                                                                                    AK 

Anker in der Großstadt

Neu in der Stadt, neu im Viertel. Es braucht ein bisschen, bis man ankommt im Stadtteil, bis man ein paar Nachbarn von der Straße wenigstens vom Sehen kennt, bis die ideale Joggingstrecke in der Nähe gefunden ist. Im Dorf oder in der Reihenhaussiedlung ist das anders. Da fällt schon der Umzug auf. Und da gibt es den ein oder anderen neugierigen Nachbarn auf begrenztem Raum.

Wann fühlt man sich zuhause am neuen Ort? Meist nicht schon, wenn die Wohnung fertig eingerichtet ist. Es können Jahre vergehen bis man sagen kann – „hier bin ich zuhause“. Anker gehören dazu, besonders in der Großstadt. Orte, an denen man erkannt wird. Orte, an denen man sich im Alltag wohl fühlt. Orte, die zur Selbstverständlichkeit beitragen.  

Das Büdchen, wo Du spät abends noch Chips und Bier kaufen kannst und am Wochenende die Sonntagszeitung. Den Blumenladen um die Ecke, wo Du zum Geburtstag eine Rose geschenkt bekommst. Die Lieblingsboutique, wo sich immer etwas zum Anziehen findet ohne stundenlang durch die Innenstadt zu laufen. Das Café, das Restaurant oder der Gemüsehändler, wo Dein Gesicht erkannt wird und vielleicht sogar Dein Name bekannt ist.  

Auch die Salzgrotte kann zum Anker werden. Ein Ort, an dem der Trubel draußen bleibt. Ein Ort zum Durchatmen, zum Atem holen, zum Entspannen, zum Abschalten. Ein Ort, an dem sich Gespräche ergeben und wo man Neues kennen lernen kann. Zum Beispiel wie Klangschalen die Tiefenentspannung fördern, wie sich Yoga im Salz anfühlt, wie Sole-Inhalation die Nase befreit. Ein Ort, wo man sich wohl fühlen kann. Das ist unser Wunsch für das neue Jahr: für immer mehr Düsseldorferinnen und Düsseldorfer zum Anker zu werden.                                                                                                                                AK

Von Bienen und Öko-Weihnacht

Stell dir vor, es gibt keine Bienen mehr. Im Jahr 2098 ist das Wirklichkeit, jedenfalls in dem Buch „Die Geschichte der Bienen“ von Maja Lunde, das ich kürzlich gelesen habe. Und stell dir vor, die Menschen müssten die Bestäubung der Pflanzen selbst übernehmen – in mühevoller Feinarbeit. Das Buch verwebt drei Zeitebenen – in der Vergangenheit, der Gegenwart, der Zukunft. Und es zeigt in lesenswerter Romanform auf, wie der Mensch abhängig ist von seiner Umwelt. Und wie er sie zerstört.

 

Foto: copyright Greenpeace Magazin

Umweltschutz gerät im Alltag schnell in Vergessenheit. Mit dem Auto zum Bäcker, mit dem Billigflieger nach Asien. Jeden Tag einer neuer Coffee-to-go-Becher und beim Shoppen lieber viel und günstig, als weniger und öko. Klingt zu moralisch? Muss auch mal sein und soll nur ein wenig anregen, immer wieder und immer öfter an die eigene Ökobilanz zu denken. Gerade jetzt, wenn dieser Tage in Bonn die UN-Klimakonferenz sich hoffentlich erfolgreich Gedanken macht und Taten folgen lässt.

Kleine Taten können wir ja täglich beisteuern. Vielleicht zum neuen Jahr zu einem Ökostrom-Anbieter wechseln. Vielleicht öfters aufs Rad umsteigen. Oder einfach mal zu Fuß gehen. Das hat, neben der Bewegung, gleich noch einen positiven Nebeneffekt. Es entschleunigt ungemein. Vielleicht die Weihnachtsgeschenke unter dem Aspekt Nachhaltigkeit auswählen. Oder nicht noch mehr Plastik-Weihnachts-Deko kaufen, sondern sich am Kerzenschein wärmen.   

Geschenkideen, die zur Öko-Weihnacht passen, lassen sich finden. Eine kleine Aufmerksamkeit: Beim Shop des Greenpeace Magazins https://www.greenpeace-magazin.de/warenhaus gibt es ein „Bienenmenü“: ein Tütchen Samen mit Leckereien für die schwarz-gelben Helferinnen. Könnte ja eine Zugabe zur Weihnachtspost werden. https://www.greenpeace-magazin.de/warenhaus/produkt/bienenmenue

Weitere Geschenkideen gibt es bei uns in der Salzgrotte. Wir vertreiben zum Beispiel eine feine Auswahl alpiner Öko-Produkte der Firma Chrystal aus Österreich, mit der uns eine schöne Namensähnlichkeit verbindet. Zum Beispiel das wunderbare Natursalz-Peeling mit pflegendem Honig, Badesalze, duftende Seifen und andere pflegende Öko-Präsente.      

Kleine Schritte für die Ökobilanz versuchen wir auch in der Salzgrotte. Statt Bergen von Plastik-Überziehschuhen, gibt es bei uns waschbare Stoffüberzieher. Oder Ihr bringt Euch die eigenen Strümpfe mit. Noch besser und auch viel gemütlicher. Der Tee, den wir anbieten, ist ausschließlich Bio-Tee. Unsere Flyer und Karten lassen wir auf Recycling-Papier drucken. Oder Ihr schaut im Internet, da steht noch mehr an Infos und man spart das Papier gleich ganz. Ein Umweltaspekt ist unfreiwillig – da wir uns die wenigen Parkplätze vor dem Haus der Münster-Therme mit Bade- und Saunagästen teilen müssten, ist es sowieso am besten, man kommt mit dem Rad, zu Fuß oder mit der Straßenbahn zu uns.     

Männer auf die Matte

Yoga ist kein Sport.

Beim Yoga-Kurs sind nur Frauen.

Om und Entspannungsmusik sind mir zu esoterisch.

Beim Yoga musst du Leggings tragen.

Vorurteile, die Mann schon mal abhalten können, Yoga für sich zu entdecken und davon zu profitieren. Der Blogger Thomas Meinhof spielt mit diesen Vorurteilen. Er kennt sie aus eigener Erfahrung und kann sie (natürlich) wunderbar entkräften. Auf seinem Blog www.yogadu.de liest sich das sehr unterhaltsam und durchaus anspornend. Für Männer, sich aufzuraffen, Yoga mal auszuprobieren. Für Frauen, sich einzulassen, die männliche Sichtweise kennen zu lernen. Denn manchmal sind sie zugegebener Maßen nur eingeschränkt tolerant, was die Beweglichkeit der meist wenigen Kursteilnehmer angeht und es fällt die ein oder andere belächelnde„Quoten-Mann“-Äußerung.    

Also Mädels, empfangen wir die männlichen Yogis in der nächsten Yogastunde mit Neugier und großem Herz. Und Jungs, lasst abfällige Bemerkungen zu Katze, Kuh und Krähe. Macht mit bei Rückenstärkung, Kraftaufbau und Fasziendehnung. Und traut Euch ans Meditieren. Das ist ja neben Pranayama, den Atemübungen, und Asanas, den Körperhaltungen mit den manchmal eigentümlichen Bezeichnungen, der dritte Pfeiler beim yogischen Gesamtpaket. Und gehört auch beim Yogatrainer der Deutschen Nationalmannschaft, Patrick Broome, genauso zum Programm wie fordernde und dehnende Asanas. In München betreibt er vier Studios, Jogi Löw hatte ihn zur WM 2006 erstmals ins schwarz-rot-goldene Trainingslager aufgenommen. In Interviews erzählt Patrick Broome gern von den benefits für die Fußballprofis und verrät, wer besonders gerne zu ihm kommt. (Mario Götze, Benedikt Höwedes und Manuel Neuer übrigens.)

Bei einer Yogamesse konnte ich mal einen Workshop bei Patrick Broome mitmachen. Die Matten eng an eng, hunderte in einer ehemaligen Fabrikhalle, er mit Pferdeschwanz und Headset, begleitet von grooviger Yogamusik. Zum Abschluss ein Sarvasana, das der Endentspannung im kleinen Kreis in nichts nachstand. Und „Om shanti“ fehlte auch nicht.   

Und das zum Abschluss, keine Vorurteile, positive Aussagen zum Idealfall:

Yoga fokussiert – bei alltäglichen Herausforderungen, bei sportlichen Zielen, weil es die Aufmerksamkeit bündelt, Körperbewusstsein schafft und den Geist beruhigt.

Yoga ist eine super Ergänzung zu Sportarten wie Fußball und Laufen, weil es hilft, einseitige körperliche Belastungen zu kompensieren.

Yoga macht stark gegen Rückenschmerzen, Stress und Verspannungen, weil es den Körper ganzheitlich fordert, Muskelpartien stärkt und das Loslassen in der Dehnung übt.  

Und das nur am Rande: Yoga wurde ja von Männern begründet. Damals durften die Frauen nicht mitmachen. Heute gehen wir gemeinsam auf die Matten.