Mein Yoga, mein Leben

Buchtipp 

Okay, Yoga-Bücher gibt es viele. Die aus den Ratgeber-Verlagen mit Übungs-CD oder solche mit Selbsterfahrungstouch wie sie Ursula Karven und Susanne Fröhlich geschrieben haben. Eines, das mich tatsächlich motiviert hat, heißt "Dein Yoga, dein Leben".   

Zugegeben, etwas pathetisch, etwas viel versprechend. Aber auch wenn man sich ein wenig an den durchweg motivierenden, positiv gestimmten Sprachduktus gewöhnen muss, ich bin begeistert. Und das Beste: mache täglich meine Yoga-Übungen, jedenfalls die erste Woche hab ich geschafft.

Laut Klappentext ist Tara Stiles die "angesagteste Yoga-Lehrerin der USA". Ich kannte sie zwar nicht vorher, aber hätte ich in den letzten Monaten "Brigitte", "New York Times" oder "Vanity Fair" gelesen, wären mir ihr Gesicht, ihr Erfolg und ihr Strala-Yoga-Studio in New York nicht neu gewesen. 

Tara - klar duzt sie uns in ihrem Buch - gelingt es den Motivationsmotor zum Ausprobieren anzuwerfen. Durch die Schilderung ihrer persönlichen Erfahrungen (von Fast Food, Essstörung, Rückzug und Extremsport zu Power, Ausgeglichenheit und Lebensfreude), simplen, aber reizvollen Erfolgsversprechen (Yoga macht das Leben besser) und konkreten Tipps zu praktikablen Übungsaufläufen .  

Bislang kenne ich Yoga aus Übungsstunden, vor allem natürlich in der inspirierenden Atmosphäre der Salzgrotte Kristall. Youtube-Filmchen und DVDs mit Anleitungen sollten mich zuhause bei der Stange halten, was nur mäßig gelang. Ein Anfang war schon länger gemacht, aber die Regelmäßigkeit fehlte.

Wann ist es Zeit achtsamer, gelenkiger, ausgeglichener und fitter zu werden? Jetzt. Tara hätte noch ein Ausrufezeichen gemacht. Aber im Ernst, das Buch hat mich motiviert, es mit den täglichen Yoga-Einheiten aufzunehmen. Der Wecker klingelt eine Viertelstunde früher, zwischendrin im Tagesablauf oder abends ist auch mal Zeit.

Yoga, Meditation und gesunde Ernährung gehen in dem Buch von Tara Stiles eine nachvollziehbare Einheit ein. Leichtigkeit, Spaß, Lebensfreude sind für ihr Yoga-Verständnis wichtiger als Kalorieneinheiten pro Fitness-Stunde, Mantras oder verbissenes Streben nach der perfekten Krähe. 

Natürlich sind die Fotos von ihr super (Ex-Model), natürlich macht sie die Übungen dann doch perfekt (auch wenn sie immer betont, dass es ums Ausprobieren geht), natürlich steckt da auch viel Marketing dahinter (Tara Stiles ist Gesicht und Mit-Designerin der Reebok-Yoga-Kollektion) und manche jahrelang praktizierende Yogalehrerin würde gewiss einiges an Oberflächlichkeit bei der Lektüre entdecken.    

Aber vielleicht ist es ja gerade das Leichte, Schöne, Einfache, neben der sehr persönlichen Schreibweise, das anspricht und anregt zur täglichen Yoga-Session. Die ersten Tage mit Sonnengruß, Schwan und Smoothies jedenfalls fühlen sich ziemlich gut an. Bin gespannt, was meine über die letzten Jahre verspannten Schultern und mein nicht immer optimales Durchschlafvermögen in ein paar Wochen machen. Der Yoga-Selbsttest hat begonnen.    

                                                                                                                          Annette Kanis